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Mein Weg als Aquarianer

Geboren wurde ich im Mai 1958. Schon frühzeitig weckte die Natur und alles was mit Wasser zusammenhing mein Interesse. So waren es als Kind die Tümpel und kleinen Wasseransammlungen die mein Interesse weckten. Aber so werden wohl viele angefangen haben. Frösche, Lurche, Molche gab es damals noch in rauhen Mengen. Jeder wird wohl auch schon mal in einem großen Gurkenglas Kaulquappen bei ihrer Entwicklung vom Froschlaich bis zum Jungfrosch beobachtet haben? War schon sehr interessant zu sehen, wie die ersten Gliedmaßen an den Larven dann zum Vorschein kommen.

Mein erstes "kleines" eigenes Aquarium hatte ich dann so mit 12 Jahren. Es waren Rote von Rio (Hyphessobrycon flammeus) eine schöne farbige Salmlerart. Es dauerte nich lang und das Becken wurde vergrößert. Es waren dann Schwertträger Grün (Xiphophorus helleri) die mein Interesse weckten. Die Begeisterung für diese Art der lebendgebärenden Zahnkarpfen hält bis heute an.

In den 80er Jahren hatte ich dann mit der ersten eigenen Wohnung ganz andere Möglichkeiten meinem Hobby nachzukommen. Ich schloß mich mit Gleichgesinnten der Aquaristik-Gruppe in Ilmenau an welche durch das Henneberg Porzellanwerk Ilmenau gesponsert wurde. Die Aquariengruppe war sehr gut aufgestellt. Zu unseren Mitgliedern zählten richtige Profis. Es gab Aquarienbauer, Wasserpflanzenzüchter, Enchyträenzüchter, Malawizüchter, Salmer usw. Das war schon mehr als Hobby und einige hatten da ja einen Gewerbeschein.

Bei unseren monatlichen Zusammenkünften erlebten wir zahlreiche Gastvorträger von nationalen Züchtern und Autoren der damaligen DDR.

Namen wie Hellmut Stallknecht oder andere bekannte Züchter in der ehemaligen DDR konnten wir begrüßen als Referenten.

Auch die Zeitschrift "Aquarien-Terrarien" war meine ständige Leselektüre. Ich hatte Glück nach einigen Jahren Wartezeit diese Fachzeitschrift im Abbo zu erhalten. An den Zeitschriftenkiosken bekam man sie nur unterm Ladentisch und mußte den Verkäufer schon kennen.

Auch unternahmen wir damals viele Ausflüge zu befreundeten Vereinen in Stralsund und Greifswald bzw. diese besuchten uns.

Ende der 80er schloß ich mich der Arbeitsgruppe Lebendgebärende Zahnkarpfen Untergruppe Wildformen an.

In meinen 4 Wänden sprich Neubauwohnung hatten nun mehrere Aquarien Einzug gehalten. Das kleine Bad war mit Hängeregalen voller Aquarien voll. Im Eingangsflur gab es ein Regal mit mehreren kleinen Zuchtbecken. Das Highlight war im Wohnzimmer ein Becken von 180 cm x 40 cm x 50 cm. Insgesammt hatte ich damals so um die 20 Aquarien. Einige Becken hatten einen ständigen Zulauf an Frischwasser und dementsprechen auch Ablauf des Altwassers. Angeschlossen an die Warmwasserleitung regelte ich so die Temperatur im Becken und ein Wasseraustausch fand auch ständig statt.

Dieses wirkt sich natürlich auf die Aufzucht von Jungfischen sehr positiv aus. Selbst den Diskus brachte ich so zur Nachzucht.

Ich züchtete außerdem Zwergcichliden wie Apistogramma cacatuoides und Purpurprachtbarsch (Pelvicachromis pulcher). Auch der Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius) wurde von mir zahlreich gezüchtet. Da fand ich es spannend die Jungfische mit Pantoffeltierchen zu füttern die ich selbst züchtete in einem Einmachglas. Lebengebärende waren natürlich auch dabei. 

Damals wurde eigentlich nur mit Lebendfutter gefüttert. So zog ich jeden Abend los mit Kescher und Kübel und siebte dann zu Hause das Futter in verschiedene Größen aus.

Ende der 80er Jahre siedelte ich nach Bayern über und verkaufte bzw. verschenkte im Vorfeld meine ganze Zuchtanlage.

 

Aber auch hier dauerte es nicht lange und zwei 120 cm Aquarien bereicherten meine Wohnung. Ohne Aquarien geht halt doch nicht! Das eine Aquarium wurde dann ein Meeresbecken. Allerdings trotz der Schönheit der Fische und Korallen war der finanzielle Aufwand für die Meereaquaristik dann doch zu hoch.

Momentan halte ich im Wohnzimmer ein Becken mit Malawis und Tanganjika-Cichliden. Von der Farbenvielfalt sind sie schon annäherd mit einem Meeresbecken in Vergleich zu bringen.

Im Keller bin ich dabei mir wieder eine kleine Zuchtanlage aufzubauen. Die Idee kam mir im Herbst 2019 als wir unsere Heizung auf Gas umgerüstet haben. Vorher hätte dies nicht funktioniert durch 6 Öltanks a 850 Liter. Aber nach dem Ausbau und der Umrüstung war plötzlich jede Menge Platz da. Den freien Raum der Öltanks nutzte ich jetzt für eine kleine Werkstatt. Ein kleiner angrenzender Raum brachte mich dann auf die Idee hier ein paar Aquarien aufzustellen. Natürlich auch mit Wasserzulauf und Ablauf. Auch die Abwärme der Umwälzpumpen brachte mich auf eine Idee... ;-)

Früher sagte ich mir immer: Wenn Du mal ein Eigenheim hast, dann mit Sicherhei ein Teich im Garten... Heute habe ich 2 Teiche im Garten. Ein Teich mit Goldfischen verschiedener Farbschläge und ein Teich mit Koi! Die Koi habe ich mit knapp 4cm Länge gekauft... nun sind sie 40 cm.

 

Natürlich sollten wir eins im Auge behalten und immer daran denken: Die Natur braucht uns nicht aber wir die Natur.

Aber jeder der ein Aquarium sein Eigen nennt, hat ja einen Bezug zur Natur und deren Schönheiten. Wir wollen ja unseren "Pfleglingen" eine Heimat bieten, welche deren natürlicher Umgebung sehr Nahe kommt. Und ich denke mit gelegentlichen Nachzuchten können wir auch beitragen die eine oder andere Art vor dem Aussterben zu bewahren.